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Häufige Fragen/FAQ

Altersvermögensgesetz -


Fragen:
Wenn die "Riester-Rente" später gezahlt wird, wie wird die Rente versteuert?
Gibt es eine steuerliche Vergünstigung für die Beiträge zur Riester-Rente?
Wie bekomme ich die Zulage?
Kann ich meine Arbeitnehmerbeiträge an einer Direktversicherung als Beiträge zu der neuen Riesterrente im Rahmen des zusätzlichen Sonderausgabenabzuges geltend machen?
Benötige ich die Anlage Vorsorgeaufwand auch für meine sonstigen Lebensversicherungsbeiträge?
Ich habe bereits so hohe Sonderausgaben, dass der Sonderausgaben-Höchstbetrag bereits erreicht ist, wirken sich die Beträge zur Altersvorsorge dann überhaupt noch aus?
Muss man einen Altersvorsorgevertrag abschließen und wenn ja bis wann?
Wann bekommt man eine Zulage und wie wird sie berechnet?
Wenn man nicht zu dem begünstigten Personenkreis gehört und somit keinen Anspruch auf die Zulage hat, aber einen Vertrag für die Altersvorsorge abschließt und selbst einzahlt, können diese Aufwendungen auch als Sonderausgaben abgesetzt werden?
Können die bereits eingezahlten Beträge auch schon vor Ablauf der Frist ausgezahlt werden?
Wie hoch sind die Beträge, die ich als Sonderausgabenabzug geltend machen kann ? Wo trage ich diese in der Steuererklärung ein?
Teile meines Gehaltes werden umgewandelt und in einen Pensionsfond eingezahlt. Meine Frau ist nicht berufstätig. Kann meine Frau einen Altersvorsorgevertrag ("Riestervertrag") abschließen und die Kinderzulage bekommen?
Sind die im Alter ausgezahlten Versorgungsleistungen in vollem Umfang steuerpflichtig?
Kann man auch einen Altersvorsorgevertrag mit Hinterbliebenenabsicherung im Todesfall abschließen oder nur für sich selbst, und wie sieht die Versteuerung dann aus?
Ich bin gerade dabei meine Einkommensteuererklärung zu erstellen. Muss ich auch die Anlage Vorsorgeaufwand ausfüllen?
Ich habe noch nicht die Anbieterbescheinigung meines Altersvorsorgevertrags erhalten, möchte aber meine Einkommensteuererklärung abgeben. Was muss ich machen?

Antworten:

Frage: Wenn die "Riester Rente" später gezahlt wird, wie wird die Rente versteuert?

Die Rente wird in voller Höhe versteuert und nicht nur mit dem Ertragsanteil (nachgelagerte Besteuerung). Das bedeutet, dass im Gegensatz zu Renten aus der gesetzlichen Rentenversicherung nicht nur der Ertragsanteil von z.B: 50% der erhaltenen Zahlungen versteuert wird, sondern sämtliche bezogenen Leistungen. Wenn Sie die staatlichen Zulagen und/oder den Sonderausgabenabzug nach § 10a EStG nicht in Anspruch genommen haben, wird die Rente aus dem Altersvorsorgevertrag mit dem Ertragsanteil versteuert.

Frage: Gibt es eine steuerliche Vergünstigung für die Beiträge zur Riester-Rente?

Ja, im Rahmen des § 10a, Abs. 1 EStG können die Beiträge inkl. der Zulagen als Sonderausgaben steuerlich geltend gemacht werden. Ist der durch den Sonderausgabenabzug erlangte steuerliche Vorteil größer als die staatliche Zulage, wird die Differenz mit dem Steuerbescheid gutgeschrieben. Wenn die gewährte Zulage günstiger ist als der Sonderausgabenabzug, erfolgt allerdings keine steuerliche Berücksichtigung. Diese Günstigerprüfung wird von Amts wegen im Rahmen der Bearbeitung der Einkommensteuererklärung durchgeführt, wenn Sie die Anlage Vorsorgeaufwand und die von Ihrem Anbieter erhaltene Bescheinigung nach § 10a Abs. 5 EStG beifügen.

Frage: Wie bekomme ich die Zulage?

Sie bekommen von Ihrem Anbieter neben dem Vertrag ein Antragsformular, das alle wesentlichen Angaben enthält. Sie müssen dieses Formular lediglich ausfüllen. Dieses Formular reichen Sie dann bei Ihrem Anbieter von Altersvorsorgeprodukten ein. Alles Weitere erledigt der Anbieter zusammen mit der Zentralstelle, der Bundesversicherungsanstalt für Angestellte . Der Zulagebetrag wird dem Altersvorsorgevertrag gutgeschrieben.

Frage: Kann ich meine Arbeitnehmerbeiträge an einer Direktversicherung als Beiträge zu der neuen Riester-Rente im Rahmen des zusätzlichen Sonderausgabenabzuges geltend machen ?

Wenn Ihre Direktversicherung die Voraussetzungen für eine Berücksichtigung als Altersvorsorgevertrag erfüllt, können Sie die Beiträge im Rahmen des zusätzlichen Sonderausgabenabzugs geltend machen. Außerdem können Sie dann die Förderung durch Zulagen erhalten. Ob Ihre Direktversicherung die Voraussetzungen erfüllt, können Sie bei der Versicherungsgesellschaft erfragen.

Frage: Benötige ich die Anlage Vorsorgeaufwand auch für meine sonstigen Lebensversicherungsbeiträge ?

Nein, Sie benötigen die Anlage Vorsorgeaufwand nur dann, wenn Sie einen Altersvorsorgevertrag ("Riester-Rente") abgeschlossen haben.

Frage: Ich habe bereits so hohe Sonderausgaben, dass der Sonderausgaben-Höchstbetrag bereits erreicht ist, wirken sich die Beträge zur Altersvorsorge dann überhaupt noch aus?

Ja, denn für die Beiträge zur Altersvorsorge gilt ein zusätzlicher Höchstbetrag. Selbst wenn Sie die Höchstbeträge für die sonstige Vorsorgeaufwendungen bereits erreicht haben, können Sie Altersvorsorgebeiträge bis zur Höhe von 525 € (2002 und 2003), 1.050 (2004 und 2005), 1.575 (2006 und 2007) und 2.100 (ab 2008) geltend machen.

Frage: Muss man einen Altersvorsorgevertrag abschließen und wenn ja bis wann?

Nach der geltenden Gesetzeslage sind Sie nicht verpflichtet, einen Vertrag abzuschließen. Die Riester-Rente ist eine freiwillige zusätzliche Altersversorgung, die über Zulagen oder den Sonderausgabenabzug gefördert wird.

Frage: Wann bekommt man eine Zulage und wie wird sie berechnet?

Die Zulage setzt sich aus einer Grundzulage und ggf. einer Kinderzulage in folgender Höhe zusammen:

Veranlagungszeitraum

Höhe der Grundzulage

Höhe der Kinderzulage pro Kind

2002 und 2003

38,00 EUR
46,00 EUR

2004 und 2005

76,00 EUR
92,00 EUR

2006 und 2007

114,00 EUR
138,00 EUR

Ab 2008

154,00 EUR
185,00 EUR

Die Kinderzulage wird für jedes Kind, für das Ihnen Kindergeld ausgezahlt wird, berücksichtigt. Wenn neben Ihnen noch andere Personen, z.B. Ihr Ehegatte, Kindergeld erhält, steht die Kinderzulage demjenigen zu, für den im ersten Anspruchszeitraum im Jahr das Kindergeld ausgezahlt wird.

Um die Zulage in voller Höhe zu erhalten, müssen Sie außerdem einen Mindest- oder Sockelbeitrag aus eigenen Mitteln entrichten. Der Mindestbeitrag beträgt im

Veranlagungszeitraum

Mindesteigenbeitrag

Höchstens aber

2002 und 2003

1,00%

525,00 EUR

Abzüglich Grund- und ggf. Kinderzulage

2004 und 2005

2,00%

1.050,00 EUR

2006 und 2007

3,00%

1.575,00 EUR

2008 und folgende

4,00%

2.100,00 EUR

der im Vorjahr bezogenen beitragspflichtigen Einnahmen im Sinne des Sechsten Buches Sozialgesetzbuch bzw. der bezogenen Besoldung und Amtsbezüge. Das ist in der Regel Ihr Bruttoarbeitslohn, den Sie Ihrer Lohnsteuerkarte entnehmen können.

Möglicherweise ist statt des prozentualen Mindesteigenbetrags ein in der Höhe absoluter Sockelbeitrag zu entrichten. Wenn der Mindesteigenbetrag noch unterhalb des Sockelbeitrags liegt, müssen Sie mindestens eigene Beiträge in Höhe des Sockelbeitrags entrichten.

Höhe des Sockelbetrags

Veranlagungszeitraum

Kein Anspruch auf Kinderzulage

Anspruch auf eine Kinderzulage

Anspruch auf mehr als eine Kinderzulage

2002 bis 2004

45,00 EUR
38,00 EUR
30,00 EUR

Ab 2005

einheitlich 60,00 EUR

Wenn Sie weniger eigene Beiträge entrichten, wird Ihre Zulage in dem Verhältnis der Eigenbeiträge zum Mindestbeitrag entsprechend gekürzt.

Wenn Sie zum Beispiel 2002 Kindergeld für ein Kind erhalten haben und 2001 beitragspflichtige Einnahmen in Höhe von umgerechnet 20.000 Euro hatten, beträgt Ihre Zulage 38 Euro Grundzulage + 46 Euro Kinderzulage = 84 Euro. Ihr Mindesteigenbeitrag beträgt 1% der beitragspflichtigen Einnahmen, also 200 Euro. Die Obergrenze des Mindesteigenbeitrags liegt für Sie bei 525 Euro abzüglich 84 Euro und kommt deshalb nicht zum Tragen. Da der Mindesteigenbeitrag außerdem den Sockelbeitrag von 38 Euro übersteigt, gilt der Mindesteigenbeitrag, so dass Sie mindestens 116 Euro (200 Euro abzüglich der Zulagen von 84 Euro) im Jahr 2002 aus eigenen Mitteln einzahlt haben müssen, um die volle Zulage zu erhalten.

Wenn Sie dagegen nur Eigenbeiträge in Höhe von beispielsweise 100 Euro im Jahr entrichtet haben, wird die Zulage im Verhältnis der Eigenbeiträge zum Mindesteigenbeitrag, also 100:116 gekürzt, so dass Sie nur 73 Euro Zulage erhalten.

Frage: Wenn man nicht zu dem begünstigten Personenkreis gehört und somit keinen Anspruch auf die Zulage hat, aber einen Vertrag für die Altersvorsorge abschließt und selbst einzahlt, können diese Aufwendungen auch als Sonderausgaben abgesetzt werden ?

In diesem Fall können Ihre Aufwendungen im Rahmen der normalen Höchstbeträge für Vorsorgeaufwendungen als Sonderausgaben abgesetzt werden, sofern es sich dabei um Versicherungen i.S.d. § 10 Abs. 1 Nr. 2b und Nr. 3 EStG handelt. Wenn Sie die Höchstbeträge bereits ausgenutzt haben, kommt ein weitergehender Abzug der Aufwendungen nicht in Betracht.

Frage: Können die bereits eingezahlten Beträge auch schon vor Ablauf der Frist ausgezahlt werden?

Sie können sich das angesparte Kapital in Höhe von mindestens 10.000 Euro bis zu 50.000 Euro auszahlen lassen, wenn Sie es unmittelbar für die Anschaffung oder Herstellung einer zu eigenen Wohnzwecken genutzten Wohnung in einem im Inland gelegenen Haus oder einer Eigentumswohnung verwenden. Wenn Sie sich das Kapital auszahlen lassen und es anderweitig verwenden, müssen Sie die erhaltenen Zulagen und die ggf. durch den Sonderausgabenabzug erhaltenen Steuervorteile zurückzahlen. Diese werden in der Regel direkt von Ihrem Kapital abgezogen, bevor es Ihnen ausgezahlt wird. Außerdem müssen alle bis dahin erzielten Wertsteigerungen und Zinsgewinne versteuert werden.

Frage: Wie hoch sind die Beträge, die ich als Sonderausgabenabzug geltend machen kann ? Wo trage ich diese in der Steuererklärung ein?

Sie können Altersvorsorgebeiträge bis zu folgender Höhe als Sonderausgabe geltend machen:

Veranlagungszeitraum

Höchstbetrag

2002 und 2003

525 €

2004 und 2005

1050 €

2006 und 2007

1575 €

Ab 2008

2100 €

Wenn Sie verheiratet sind, die Voraussetzungen für die Zusammenveranlagung erfüllen und jeder von Ihnen zum begünstigten Personenkreis (u.a. alle in der der gesetzlichen Rentenversicherung Pflichtversicherte) gehört, kann jeder der Ehegatten den Sonderausgabenabzug für sich bis zur Höchstgrenze in Anspruch nehmen; effektiv wird der Höchstbetrag dadurch verdoppelt. Der zusätzliche Sonderausgabenabzug wird vom Finanzamt automatisch vorgenommen, wenn er für Sie günstiger ist, als Ihr Anspruch auf die Zulage(n).


Zur Prüfung dieser Voraussetzungen füllen Sie bitte die neue " Anlage Vorsorgeaufwand" aus und fügen diese sowie die Ihnen von Ihrem Anbieter übersandte "Bescheinigung nach § 10a Abs. 5 EStG" Ihrer Steuererklärung bei. In der "Bescheinigung nach § 10a Abs. 5 EStG" hat Ihr Anbieter die von Ihnen geleisteten Altersvorsorgebeiträge bereits ausgewiesen. Die Anlage Vorsorgeaufwand erhalten Sie selbstverständlich auch bei Ihrem Finanzamt.

Frage: Teile meines Gehaltes werden umgewandelt und in einen Pensionsfond eingezahlt. Meine Frau ist nicht berufstätig. Kann meine Frau einen Altersvorsorgevertrag ("Riestervertrag") abschließen und die Kinderzulage bekommen?

Wenn Sie die Voraussetzungen für die Zusammenveranlagung erfüllen und Sie selbst zulagenberechtigt sind, kann Ihre Ehefrau ebenfalls die Grund- und Kinderzulage erhalten, wenn ein Altersvorsorgevertrag auf Ihren Namen abgeschlossen wird.

Frage: Sind die im Alter ausgezahlten Versorgungsleistungen in vollem Umfang steuerpflichtig ?

Nach § 22 Nr. 5 des Einkommensteuergesetzes unterliegen Ihre Einkünfte aus den Versorgungsleistungen der vollen Besteuerung, soweit sie aus gefördertem Kapital geleistet werden. Wenn Sie z.B. einen Altvertrag nachträglich in einen förderfähigen Altersvorsorgevertrag umgewandelt haben, werden die Leistungen, soweit sie auf nicht geförderten Beiträgen beruhen, lediglich mit dem Ertragsanteil besteuert.

Frage: Kann man auch einen Altersvorsorgevertrag mit Hinterbliebenenabsicherung im Todesfall abschließen oder nur für sich selbst, und wie sieht die Versteuerung dann aus?

Die nachträgliche Übertragbarkeit der Leistungen aus einem Altervorsorgevertrag ist nach § 97 des Einkommensteuergesetzes ausgeschlossen. Soweit Sie in Ihrem Vertrag eine Hinterbliebenenversorgung vereinbart haben, unterliegt diese allerdings der normalen Förderung. Wenn Ihre Hinterbliebenen Leistungen aus dem Vertrag beziehen, müssen diese die Leistungen in voller Höhe als sonstige Einkünfte versteuern.

Frage: Ich bin gerade dabei meine Einkommensteuererklärung zu erstellen. Muss ich auch die Anlage Vorsorgeaufwand ausfüllen?

Die Anlage Vorsorgeaufwand ist auszufüllen, wenn Sie eine sogenannte "Riester Rente" abgeschlossen haben und das Finanzamt prüfen soll, ob Ihnen hierfür ein zusätzlicher Sonderausgabenabzug nach § 10a EStG zu gewähren ist. In diesem Fall müssen Sie auch die sog. Anbieterbescheinigung, die Ihnen Ihr Vertragspartner nach Abschluss eines Jahres zusendet, im Original beifügen.

Frage: Ich habe noch nicht die Anbieterbescheinigung meines Altersvorsorgevertrags erhalten, möchte aber meine Einkommensteuererklärung abgeben. Was muss ich machen?

Reichen Sie bitte die ausgefüllte Anlage Vorsorgeaufwand mit der Einkommensteuererklärung ein. Anschließend reichen Sie die Anbieterbescheinigung nach, sobald Sie sie bekommen haben. Das Finanzamt wird Ihre Einkommensteuerveranlagung zunächst ohne Berücksichtigung der Altersvorsorgebeträge durchführen, damit Sie Ihren Steuerbescheid möglichst zügig erhalten. Sobald die Anbieterbescheinigung beim Finanzamt vorliegt, wird dieses Ihren Bescheid noch einmal überprüfen und ggf. entsprechend ändern.

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