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Häufige Fragen/FAQ

Vermietung und Verpachtung


Antworten:

Frage: Ich überlasse eine Wohnung verbilligt meiner Tochter. Zur Zeit beträgt die Miete ca. 60% der ortsüblichen Miete. Muss ich die Miete ab 2012 erhöhen?

Nach § 21 Abs. 2 EStG ist die Nutzungsüberlassung in einen entgeltlichen und unentgeltlichen Teil aufzuteilen, wenn das Entgelt für die Überlassung der Wohnung zu Wohnzwecken (Kaltmiete zuzüglich gezahlter Umlagen) weniger als 66 v. H. der ortsüblichen Miete (Kaltmiete zuzüglich der umlagefähigen Nebenkosten) beträgt. Wenn in Ihrem Fall keine entsprechende Anpassung der Miete vorgenommen wird, wären die Werbungskosten zu 60 v. H. abziehbar.


Mit dem Steuervereinfachungsgesetz 2011 (BGBl 2011 I S. 2131) wurden an der Gesetzesvorschrift des § 21 Abs. 2 EStG zwei Änderungen vorgenommen. Erstens wurde die Grenze von 56% auf 66% erhöht und zweitens wurde ein Satz 2 mit folgendem Wortlaut eingefügt:

„Beträgt das Entgelt bei auf Dauer angelegter Wohnungsvermietung mindestens 66 Prozent der ortsüblichen Miete, gilt die Wohnungsvermietung als entgeltlich."


Danach gilt ab dem Jahr 2012 Folgendes:

  • In den Fällen einer verbilligten Vermietung von Wohnraum von weniger als 66% der ortsüblichen Miete ist danach ohne Prüfung einer Totalüberschussprognose generell eine Aufteilung in einen entgeltlichen und unentgeltlichen Teil vorzunehmen.
  • Bei Erreichen der Grenze von 66% ist nach dem neuen Satz 2 Vollentgeltlichkeit anzunehmen und ein ungekürzter Werbungskostenabzug zuzulassen. Die bislang vorzunehmende Totalüberschussprognoseprüfung entfällt.

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