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Kleiner Ratgeber für Lohnsteuerzahler 2017

Wie stellt man den Lohnsteuer-Ermäßigungsantrag?


Für das Kalenderjahr 2017 sind antragsgebundene Lohnsteuerabzugsmerkmale grundsätzlich beim zuständigen Finanzamt neu zu beantragen. Haben Sie für das Kalenderjahr 2017 einen Frei- oder Hinzurechnungsbetrag beantragt, ist dieser bereits in der Datenbank der Finanzverwaltung gespeichert. Auf Antrag erhalten Sie von Ihrem Finanzamt einen Ausdruck Ihrer ELStAM mit dem zu berücksichtigenden Frei- oder Hinzurechnungsbetrag. Dieser Ausdruck ist für Ihre Unterlagen und nicht zur Vorlage beim Arbeitgeber bestimmt.

Bei erstmaliger Beantragung eines Freibetrags für das Kalenderjahr 2017 oder bei Erhöhung des für das Kalenderjahr 2016 gültigen Freibetrags ist der übliche sechsseitige amtliche Vordruck „Antrag auf Lohnsteuer-Ermäßigung“ zu verwenden. Wer 2017 höchstens den Freibetrag beantragt, der für das Kalenderjahr 2016 ermittelt wurde, oder nur die Änderung der Zahl der Kinderfreibeträge und ggf. der Steuerklasse I in Steuerklasse II beantragt, braucht nur den zweiseitigen amtlichen Vordruck „Vereinfachter Antrag auf Lohnsteuer-Ermäßigung“ auszufüllen.

Der Freibetrag für das Kalenderjahr 2017 wird grundsätzlich mit Wirkung vom Beginn des auf die Antragstellung folgenden Monats ermittelt und als ELStAM gebildet. Wird der Antrag jedoch im Januar 2017 gestellt, so erfolgt die Bildung mit Wirkung ab 1. Januar 2017.

Die Frist für den Lohnsteuer-Ermäßigungsantrag 2017 beginnt am 1. Oktober 2016. Der Antrag muss spätestens bis zum 30. November 2017 gestellt werden. Im Dezember 2017 eintretende Änderungen können somit nicht mehr im Lohnsteuer-Ermäßigungsverfahren des laufenden Kalenderjahres 2017 berücksichtigt werden. Nach diesem Zeitpunkt kann eine Steuerermäßigung nur noch bei der Veranlagung zur Einkommensteuer für 2017 berücksichtigt werden.

Arbeitnehmer können den Antrag auf Bildung eines Freibetrags für einen Zeitraum von längstens zwei Kalenderjahren bei ihrem Wohnsitzfinanzamt stellen. Ändern sich die Verhältnisse für den Freibetrag zu Ungunsten des Arbeitnehmers (z.B. Verkürzung des Weges zur ersten Tätigkeitsstätte und damit geringere Werbungskosten), ist er verpflichtet, dies dem Finanzamt umgehend anzuzeigen.

Antragsvordrucke für das Lohnsteuer-Ermäßigungsverfahren erhalten Sie bei Ihrem Finanzamt oder im Internet unter www.formulare-bfinv.de.

Bitte beachten Sie folgende Hinweise:

Aufteilung eines Freibetrags auf mehrere Dienstverhältnisse

Ob bzw. in welcher Höhe Ihr Arbeitgeber einen beantragten und vom Finanzamt ermittelten Freibetrag bei Steuerklasse VI abrufen soll, können Sie selbst entscheiden. Allein für eine solche Verteilung auf die einzelnen Dienstverhältnisse ist kein Antrag beim Finanzamt erforderlich. Sie müssen dazu Ihrem Arbeitgeber lediglich zusätzlich zu IdNr. und Geburtsdatum den abzurufenden Freibetrag mitteilen.

Soll ein aus anderen Gründen (z.B. wegen erhöhter Werbungskosten) gebildeter Freibetrag auf mehrere Dienstverhältnisse aufgeteilt werden, ist ein formloser Antrag beim Finanzamt erforderlich. Das Finanzamt ordnet die Freibetragsanteile den einzelnen Dienstverhältnissen zu. Sie müssen dem Arbeitgeber in diesem Fall weder Angaben zur Anwendung des Freibetrags machen, noch dessen Höhe mitteilen.


Berücksichtigung von Kindern


Im Rahmen des Lohnsteuer-Ermäßigungsverfahrens kann die Berücksichtigung von Kindern, die zu Beginn des Kalenderjahres 2017 das 18. Lebensjahr vollendet haben und die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllen, beantragt werden. Einen Antrag auf Lohnsteuer-Ermäßigung sollten Sie stellen, wenn für das Kalenderjahr 2017 Kinderfreibeträge für
  • vor dem 2. Januar 1999 geborene Kinder,
  • nicht in Ihrer Wohnung gemeldete minderjährige Kinder oder
  • Pflegekinder
berücksichtigt werden sollen und diese Kinder nicht bereits im Ermäßigungsverfahren für das Kalenderjahr 2016 berücksichtigt worden sind.


Pauschbeträge für behinderte Menschen und Hinterbliebene


Die bei der Finanzverwaltung gespeicherten Pauschbeträge für behinderte Menschen und Hinterbliebene werden mit dem jeweiligen Gültigkeitsdatum in den ELStAM für 2017 berücksichtigt. Der Pauschbetrag für behinderte Menschen und Hinterbliebene muss daher nur dann neu beantragt werden, wenn dieser in den Lohnsteuerabzugsmerkmalen für das Kalenderjahr 2017 nicht enthalten ist (z.B. weil der für den Pauschbetrag maßgebende Gültigkeitszeitraum zwischenzeitlich abgelaufen ist). Steht ein solcher Pauschbetrag Ihrem Kind zu und soll er auf Sie übertragen werden, setzt auch dies einen neuen Antrag voraus.


Ungünstigere Lohnsteuerabzugsmerkmale


Möchten Sie, dass ungünstigere Lohnsteuerabzugsmerkmale (eine ungünstigere Steuerklasse, eine geringere Anzahl von Kindern, kein Pauschbetrag für behinderte Menschen) ab Beginn des Kalenderjahres 2017 im Rahmen der ELStAM berücksichtigt werden, müssen Sie dies bereits im Kalenderjahr 2016 zum 1. Januar 2017 bei Ihrem Wohnsitzfinanzamt beantragen. Sie können auch während des Jahres z.B. im Vorfeld einer Ehe oder Lebenspartnerschaft einen Antrag auf ungünstige Lohnsteuerabzugsmerkmale stellen. Dadurch kann die automatisierte Bildung der Steuerklassenkombination IV/IV verhindert werden und ihr Arbeitgeber erhält keinerlei Hinweise auf eine Ehe oder Lebenspartnerschaft (amtlicher Vordruck „ Anträge zu den elektronischen Lohnsteuerabzugsmerkmalen - ELStAM -“).
Kleiner Ratgeber für Lohnsteuerzahler 2017
Info-Hotline

Tel. 0800 - 998 0 997 (kostenlos)
(Mo. - Do. von 8 - 18 Uhr und Fr. von 8 - 15 Uhr (außer an gesetzl. Feiertagen))

Die Info-Hotline der niedersächsischen Finanzämter beantwortet Ihnen allgemeine Fragen zum Lohn- und Einkommensteuerrecht.

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