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Häufige Fragen/FAQ

Geringfügige Beschäftigung/Mini-Jobs (ab 1.4.2003)


Antworten:

Frage: Kann ich neben meiner Hauptbeschäftigung einen "Mini-Job" steuerfrei ausüben?

Ab dem 01.04.2003 sind geringfügige Beschäftigungsverhältnisse nicht mehr steuerfrei. Es besteht aber die Möglichkeit der pauschalen Versteuerung. Dies gilt auch, wenn neben einer Hauptbeschäftigung eine geringfügige Beschäftigung ausgeübt wird. Wenn der Arbeitgeber die pauschalen Beiträge zur Sozialversicherung und 2 v.H. einheitliche Pauschsteuer abführt, sind vom Arbeitnehmer keine Steuerabzugsbeträge für eine als Nebentätigkeit ausgeübte geringfügige Beschäftigung zu entrichten. Der Arbeitslohn aus der geringfügigen Beschäftigung wird in diesen Fällen nicht in die Einkommensteuerveranlagung einbezogen.

Frage: An wen muss der Arbeitgeber die pauschalen Abgaben abführen?

Die pauschalen Abgaben sind in einem zentralen Einzugsverfahren an die Bundesknappschaft, Verwaltungsstelle Essen abzuführen. Nähere Angaben zum Meldeverfahren bzw. zur Beitragsentrichtung finden Sie auf der Internetseite der Bundesknappschaft unter www.minijob-zentrale.de.

Frage: Warum wurde die Freistellungsbescheinigung für das Jahr 2003 nur bis zum 31.3.2003 ausgestellt?
Muss ich ab 1. 4. 2003 einen Antrag auf Freistellung des Arbeitslohn für geringfügige Beschäftigung bei einem "Mini Job" beim FA stellen?

Die Steuerbefreiung für die sogenannten "325-Euro-Jobs" wurde zum 31.03.2003 aus dem Gesetz gestrichen. An deren Stelle ist eine pauschale Versteuerung für sozialversicherungsfreie Beschäftigungsverhältnisse mit einer Entlohnung bis zu 400 Euro im Monat getreten. Eine Freistellungsbescheinigung wird ab dem 01.04.2003 nicht mehr benötigt. Der Arbeitslohn aus einem Mini Job (bis 400 €) wird aber nicht in die persönliche Besteuerung des Arbeitnehmers einbezogen, wenn der Arbeitgeber die pauschalen Sozialversicherungsbeiträge und 2 v.H. einheitliche Pauschsteuer abführen kann und dies auch entsprechend durchführt. Besteht diese Möglichkeit nicht, und wird der Arbeitslohn nach § 40a Abs. 2a EStG vom Arbeitgeber mit einem Pauschsteuersatz von 20 v.H. (zzgl. Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer) besteuert, wird der Arbeitslohn ebenfalls nicht in die persönliche Besteuerung des Arbeitnehmers einbezogen. Auch in diesem Fall ist kein gesonderter Antrag zu stellen.

Frage: Wann muss ich für den neuen Mini-Job meinem Arbeitgeber die Lohnsteuerkarte vorlegen?

In der Regel müssen Sie die Lohnsteuerkarte nicht vorlegen. Ihr Arbeitgeber kann bei den sogenannten Mini-Jobs im Sinne des § 8 bzw. § 8a des Vierten Buches Sozialgesetzbuch die Lohnsteuer pauschal ermitteln und abführen. Eine Lohnsteuerkarte ist vorzulegen, wenn der Arbeitgeber von der Möglichkeit der Entrichtung pauschaler Steuerbeträge keinen Gebrauch machen will.

Frage: Wer entscheidet, ob der Arbeitgeber die Sozialversicherungsbeiträge pauschalieren darf?

Der Arbeitgeber hat diese Frage ggf. bei der Bundesknappschaft zu klären.

Frage: Bleibt das Arbeitsentgelt aus einer geringfügigen Beschäftigung auch anrechnungsfrei, wenn neben einer nicht geringfügigen Beschäftigung erst ein 325 Euro- und ab 1.4. ein 400 Euro-Job ausgeübt wurde?

Das bis zum 31.03.2003 verdiente Entgelt wird normal in die Einkommensteuerveranlagung einbezogen, da wegen der ausgeübten nicht geringfügigen Beschäftigung keine Steuerfreiheit mehr besteht. Der Arbeitslohn für Lohnzahlungszeiträume ab dem 01.04.2003 kann dagegen pauschal versteuert werden und fließt in diesem Fall nicht in die Einkommensteuerveranlagung ein.

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