Landesamt für Steuern Niedersachsen Niedersachen klar Logo

Informationen für Land- und Forstwirte

Aufgrund der Grundsteuerreform ist jede Eigentümerin und jeder Eigentümer eines bebauten oder unbebauten Grundstücks verpflichtet, eine Feststellungserklärung elektronisch beim zuständigen Finanzamt einzureichen.

Für die zukünftige Bewertung des land- und forstwirtschaftlichen Vermögens für Zwecke der Grundsteuer gelten die Vorschriften §§ 232 bis 242 Bewertungsgesetz (BewG) und § 11 Niedersächsisches Grundsteuergesetz (NGrStG). Die Grundstruktur des bisherigen Rechts im Hinblick auf die Definitionen der Vermögensart und der wirtschaftlichen Einheit, auf die Abgrenzungskriterien und Gliederung des Betriebs der Land- und Forstwirtschaft bleibt grundsätzlich erhalten.

Die wesentlichen Änderungen stellen sich wie folgt dar:

  • Anstelle des Einheitswerts tritt der Grundsteuerwert.
  • Alle zu Wohnzwecken dienenden Gebäude und Gebäudeteile sowie der dazugehörige Grund und Boden sind dem Grundvermögen zuzuordnen.
  • Die Bewertung des Betriebs der Land- und Forstwirtschaft erfolgt grundsätzlich nach dem Eigentümerprinzip auf Basis des amtlichen Liegenschaftskatasters. Ausnahmen bei z. B. Eheleuten oder Personengesellschaften sind vorgesehen.
  • Die Bewertung hat den Charakter einer Flächenbewertung, daher wird nicht mehr zwischen Selbstbewirtschaftung, Verpachtung oder Stückländereien unterschieden.
  • Die Bewertung erfolgt durch ein typisierendes Ertragswertverfahren:
    • Für jede Nutzung/Nutzungsart/jedem Nutzungsteil (Gesetzliche Klassifizierung) wird ein Reinertrag ermittelt. Dabei werden Bewertungsfaktoren zugeordnet, die den durchschnittlichen Ertrag je Flächeneinheit widerspiegeln.
    • Ertragswertsteigernde Umstände, wie z. B. die verstärkte Tierhaltung oder im Rahmen der gärtnerischen Nutzung begehbare Anbauflächen unter Glas und Kunststoffen, werden durch pauschale Zuschläge berücksichtigt.
  • Neu ist die Nutzungsart Hofstelle, die eigenständig bewertet wird.
  • Die gemeinschaftliche Tierhaltung nach § 51a BewG fällt als Bewertungstatbestand weg.
  • Die Standortflächen von Windenergieanlagen sind unter bestimmten Voraussetzungen dem land- und forstwirtschaftlichen Vermögen zuzuordnen.

Über www.elster.de steht Ihnen ab dem 01.07.2022 die kostenlose Möglichkeit der elektronischen Erklärungsabgabe zur Verfügung. Hierfür benötigen Sie ein Benutzerkonto. Sofern Sie noch kein entsprechendes Benutzerkonto besitzen, können Sie dieses bereits jetzt unter www.elster.de beantragen. Sollten Sie bereits ein Benutzerkonto besitzen, welches Sie z. B. für Ihre Einkommensteuererklärung benutzen, können Sie dieses auch für die Grundsteuer verwenden.

Die Feststellungserklärung ist bis zum 31.10.2022 beim zuständigen Finanzamt einzureichen.

Bildrechte: LStN
zum Seitenanfang
zur mobilen Ansicht wechseln